Ein Einblick in die Steinsammlung  um 1912

In seinem Museums- und Lagergebäude verwahrt der Freiburger Münsterbauverein eine große Anzahl originaler Steinobjekte: Von berühmten Wasserspeiern, über beeindruckende Skulpturen, bis zu vielfältigen Architekturteilen. Alle wurden im Zuge von Restaurierungsmaßnahmen zum Schutz vor weiterem Verfall abgenommen und durch Kopien ersetzt.

Eigentümer der Steine ist nicht der Verein. Sie gehören wie das gesamte Münster der „Münsterfabrik“, in deren Auftrag der Münsterbauverein sich seit seiner Gründung um den Bauunterhalt des Äußeren Steinbauwerks kümmert. Die „Münsterfabrik“ ist eine mittelalterliche Stiftung, die seit dem 19. Jh. vom Stiftungsrat der Münsterpfarrei verwaltet wird.

1883, Renaissancevorhalle
1541, Mittelschiffgalerie
um 1290, Westturm, am Fenster der Michaelskapelle
um 1250, Seitenschiff Süd
1864, ursprünglich Heilig Grab-Kapelle

Besondere Stücke der Sammlung sind selbstverständlich diejenigen, die nicht direkt vom Original kopiert wurden. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel kann das Original nicht ausreichend gut erhalten sein. Im frühen 20. Jh. kam es auch vor, dass Formen aus früheren Sanierungen weniger wertgeschätzt und entsprechend nicht kopiert wurden.

Eines der Stücke, das heute nicht mehr am Münster zu finden ist, ist dieser kleine Wasserspeier. Er wurde aus unbekannten Gründen Bei der Sanierung der Fassade 1943-51 abgenommen und nicht ersetzt.

um 1290, Obergaden, unter Strebebogen
1757, Chor, Strebepfeileraufsatz
Erstes Viertel 14. Jh., Treppenaufgang am Westturm
Erstes Drittel 16. Jh., Chor, Strebepfeiler

Auch vor der Gründung des Münsterbauvereins wurden Steine am Münster ausgetauscht, es ist allerdings nicht bekannt, ob diese Steine aufbewahrt oder entsorgt wurden. Im Gegensatz dazu plante der Münsterbauverein schon sehr früh, die Steine nicht nur aufzubewahren, sondern auch in einem Museum für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zwischen 1911 und 1959 bestand das „Münstermuseum: unserer Lieben Frau Werk“, danach war die Sammlung geschlossen, bis sie ab 1975 im fertiggestellten Neubau des Museums- und Lagergebäudes wieder zu sehen war. Dort ist sie bis heute und kann mit Führungen besucht werden. Ein Teil der mittelalterlichen Originale ist außerdem im Augustinermuseum ausgestellt.